Historische Ausrüstung

Kurz nach der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr wurde im Rathaus Aulhausen ein Feuerwehrgeräteraum eingerichtet und ein Schlauchturm gebaut. Bis ins Jahr 1933 kamen kleine und große Handpumpen zum Einsatz – davor löschte man mit Feuerhaken und ledernen Eimern. Nach der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Aulhausen wurde eine umfangreiche Ausrüstung durch die Gemeinde Aulhausen finanziert.

Zunächst wurde eine Motorspritze TS 4 angeschafft, eine Tragkraftspritze mit einer Förderleistung von 400 Litern pro Minute. Die erforderlichen B- und C-Druckschläuche mit 250m Länge sowie Verteiler, Strahlrohre und ein Standrohr wurden ebenfalls gekauft. Alle Geräte konnten auf einem zweirädrigen Anhänger transportiert werden, der beim Einsatz meist von einem Traktor gezogen wurde. 

Kurze Zeit später wurden ein Hydrantenwagen ohne Pumpe sowie das entsprechende Zubehör wie Standrohr mit Hydrantenschlüssel, 60m 
B-Druckschläuche, 200m C-Druckschläuche, Stahlrohre und ein Verteiler gekauft. Der zweirädrige Anhänger sowie der Hydrantenwagen waren außerdem ausgestattet mit Äxten, Sägen, Pickel, Elektrolampen, starken Seilen, Strickleitern, Atemschutzmasken sowie mehreren Trockenlöschgeräten. Um die Technik auch richtig bedienen zu können, wurden regelmäßig Maschinenlehrgänge durchgeführt. Feuerwehrmänner mit den Dienstgraden „Erster und Zweiter Maschinist“ nahmen hier in der Regel teil. In den folgenden Jahren stellte die Feuerwehr regelmäßig Anträge an die Aulhauser Gemeindevertretung, später die Rüdesheimer Stadtverordnetenversammlung zur Komplettierung ihrer Ausrüstung. Die Kosten für die technische Ausrüstung wurden durch die Gemeinde bzw. Stadt übernommen, während Einsatz- sowie Ausgehuniformen und Mützen aus der Kasse der Wehr bezahlt wurden. Im Jahre 1958 zum Beispiel wurden zehn neue Ausgehuniformen mit Mützen gekauft, was sicherlich ein großes Loch in der Kasse hinterließ. Ein Jahr später wurden zwölf Einsatzuniformen mit Helm und Gerätegürtel sowie zehn Ausgehuniformen mit Mützen angeschafft.

Nachdem bei einem Brand im Jahre 1961 die alte TS 4 ausgefallen war, beschaffte die Gemeinde ein Jahr später eine neue Motorspritze als Ersatz. Dieses Mal handelte es sich um eine TS 8 mit erheblich verbesserter Förderleistung. Die Spritze des Herstellers Carl Metz, Karlsruhe, wurde durch einen „Volkswagenindustriemotor“ betrieben und am 13. August 1962 geliefert. Der Transportanhänger der Wehr musste entsprechend angepasst werden. Das Gerät wurde nach einer umfangreichen Vorführung am 20. August 1962 vom damaligen Kreisbrandinspektor Bott offiziell an die Aulhauser Wehr übergeben. Diese Pumpe leistete noch bis in den September 2005 ihren Dienst in der Feuerwehr und wurde leider vom Technischen Prüfdienst ausgemustert. 

Am 17. Mai 1965 begann man unterhalb des Aulhauser Rathauses mit dem Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses. Zunächst musste der dort vorhandene alte Lagerraum der Gemeinde abgerissen werden. Nachdem Errichtung des neuen Fundamentes, kam es zu einem nahezu drei Wochen andauernden Baustopp, der durch Verlegearbeiten eines Hochspannungskabels bedingt war. Den anschließenden Fortgang der Arbeiten hat der damalige Feuerwehrchronist akribisch genau festgehalten:
Die Gemeinde stellte der Feuerwehr für die Arbeitsleistung zur Errichtung eines neuen Gerätehauses 3.000,-- DM mit der Vorgabe zur Verfügung, dass die ersten zehn Stunden kostenlose Eigenleistung seien. Jede weitere Stunde sollte mit 3,50 DM bezahlt werden. Das Bau-material wurde zusätzlich kostenlos zur Verfügung gestellt. Aus der nach Fertigstellung abgelieferten Abschlussrechnung geht hervor, dass die neue Feuerwehrhalle insgesamt in einer Arbeitsleistung von 752,5 Stunden errichtet worden war. Inklusive der Verpflegungsaufwendungen entspricht dies einem Arbeitsleistungs-gesamtwert von 2.464,45 DM. 

Die verbleibenden 535,55 DM des Gemeindezuschusses gingen somit für weitere feuerwehrtechnische Anschaffungen in die Vereinskasse der Wehr über.
Nachdem der alte Schlauchturm nicht mehr zeitgemäß war und auch die  vorhandenen 20m-Druckschläuche nie richtig aufnehmen konnte, war man nun froh, diese im neuen Gerätehaus mit Hilfe eines neu angeschafften Trockenrostes lagern zu können.
Am 24. Juni 1968 erhielt die Feuerwehr Aulhausen mit einem Opel Blitz ihr erstes Löschgruppenfahrzeug vom Typ LF 8. Geliefert wurde es vom Opelhaus in Rüdesheim, die feuerwehrtechnische Ausrüstung erfolgte durch die Firma Magirus in Ulm. Bürgermeister Karl Ottes holte das Fahrzeug zusammen mit acht Feuerwehrleuten in Ulm ab. Am 14. Juli 1968 wurde das LF 8 im Rahmen einer kleinen Feier unter Mitwirkung des Männergesangvereins Aulhausen und nach Segnung durch Pater Förster offiziell an die Aulhauser Wehr übergeben.
 
Im Jahre 1972 wurden für einen Betrag von rund 40.000,-- DM Funkgeräte, Funksirenensteuerungen und Funkmeldeempfänger angeschafft. Damit konnte man nicht nur innerhalb der eigenen Reihen besser kommunizieren, sondern hatte auch endlich eine direkte Verbindung zur Alarmzentrale und den anderen Feuerwehren. 1974 wurde die Sirene auf dem Aulhauser Rathaus mit der des Jugendheims Marienhausen gekoppelt. Dadurch war eine Sirenenalarmierung über eine größere Entfernung besser hörbar – insbesondere auch in der „Vincenzstraße“ und „Am Fichtenkopf“.

Nachdem das bisherige LF 8 in die Jahre gekommen war, kaufte man 1984 ein neues Löschfahrzeug und holte es am 18. September bei der Firma Ziegler in Gingen an der Brenz ab. Diesmal handelte es sich um ein Fahrzeug der Marke Mercedes-Benz. Die Ausrüstung übernahm man vom alten LF 8. Zusätzlich wurde es mit schweren Atemschutzgeräten ausgestattet. Das ausgediente Fahrzeug wurde an eine Werksfeuerwehr in Norddeutschland verkauft. Zur gleichen Zeit erhielt auch die Assmannshäuser Feuerwehr ein neues Löschfahrzeug gleicher Bauart. Die beiden Fahrzeuge wurden am 22. September 1984 im Staatsweingut Assmannshausen durch den Rüdesheimer Bürgermeister, Herrn Dr. Schlepphorst den Feuerwehrleute feierlich übergeben. Die kirchliche Segnung erfolgte durch die Ortspfarrer Kruse und Knothe.

1992 konnte aus Vereinsmitteln zusätzlich ein Mannschaftstransportwagen (MTW) angeschafft werden. Dieser wurde im Jahre 2001 durch einen ebenfalls aus vereinseigenen Mitteln finanzierten Kleinbus „Fiat Ducato“ ersetzt, womit der Fahrzeugbestand in diesem Jahr aus einem Löschgruppenfahrzeug LF-8, einem Mannschaftstransportwagen, einem Mehrzweckanhänger und einem Schlauchanhänger bestand.